Tee-Geschichte

Tee wird weltweit neben Wasser am meisten getrunken. Seinen Ursprung hat er in China. Hier ist der Teestrauch schon über 5000 Jahre bekannt.


Tee-Geschichte China

Um den Tee ranken sich viele Legenden. Eine Tee-Legende erzählt auch von der Erfindung des aromatischen Getränks. So besagt diese, dass der chinesische Kaiser Cheng Nung unter einem Baum nach einem Jagdausflug rastete. Da es ein heißer Tag war und ihm dürstete, kochte er Wasser ab. Ein Windhauch wehte ihm dabei ein kleines glänzend grünes Blättchen in seine Tasse. Der Kaiser war nicht nur von dem aromatischen Getränk verzaubert, sondern er fühlte sich nach einem Schluck auch viel entspannter und belebter. Der Legende nach soll sich dieses Ereignis im Jahre 2737 v. Chr. so zu getragen haben.

Das aromatische Getränk Tee wurde erstmals schriftlich im Jahre 350 v. Chr. erwähnt. Anfangs wurde der Teestrauch nur von den buddhistischen Mönchen verwendet. Sie stellten daraus ein heilendes Elixier und Meditationsgetränk her. Der Genuss des Getränkes führte zu einer körperlichen Ruhe und förderte gleichzeitig die geistige Konzentration. Seit jener Zeit bauten nun die Mönche den Teestrauch auch gezielt an. Eben diese Mönche brachten dann im 6. Jahrhundert den Tee von China nach Japan.

Durch den Buddha Prinz Siddahartha gelangte der Tee um das Jahr 500 von China ebenfalls nach Indien.

Auch im Tibet war der Tee sehr begehrt. Im 7. Jahrhundert brachte ein tibetanischer Königssohn den Tee von seinen Reisen mit. Auch heute noch werden im Tibet aus Tee gepresste runde und eckige Kuchen hergestellt.


Tee-Geschichte Europa

Erst viele Jahrhunderte später trat dann der Tee seine Reise um den Globus an. Durch arabische Händler und Missionare gelangte der Tee im Mittelalter nach Europa. Allerdings erlangte der Tee im Abendland erst zu den Zeiten der großen Entdecker an Bedeutung.

Tee-Geschichte Portugal und England

In Portugal entwickelte sich die erste große Teetrinkernation. Um das Jahr 1580 brachten die Portugiesen den Tee aus ihrer chinesischen Handelsniederlassung Macao mit nach Portugal. Erst dann gelangte der Tee von hier aus an den englischen Königshof. Ja, bis zu jener Zeit galten die Engländer noch als Kaffeetrinker. Tee gehörte damals zu der Mitgift der portugiesischen Prinzessin Catarina da Braganca. Sie ehelichte zu jener Zeit den englischen Thronfolger Charles II. Hier erhielten auch die Kügelchen aus getrockneten und gerollten Teeblättern den Namen “Gunpodwer”. In ihrer Form ähnelten sie dem Schwarzpulvergemisch, welches dort zum Abfeuern der Kanonen verwendet wurde.

Allerdings avancierte der Tee in England schnell zu einem Luxusartikel. Erst im 17. Jahrhundert war das Getränk auf den Britischen Inseln für jedermann erschwinglich. Schnell entwickelte er sich in den darauf folgenden Jahrhunderten zu dem Lieblingsgetränk der Engländer.


Tee-Geschichte Holland

Erst um das Jahr 1610 entwickelte sich der richtige Teehandel in Europa. Holländer brachten zu jener Zeit den Tee mit nach Amsterdam. Daher liegt auch die Vermutung nahe, dass die Bezeichnung “Orange” von dem Begriff “Oranje” abgeleitet wurde. In den Anfangsjahren wurde nur grüner Tee eingeführt. Von Holland aus trat der Tee dann seinen endgültigen Erfolgskurs rund um den Globus an.

Tee-Geschichte Deutschland

Erste Erwähnung fand in Deutschland der Tee um das Jahr 1650. Dr. Bontekoe, der Leibarzt des Kurfürsten Friedrich Wilhelms von Brandenburg führte hier in Deutschland den Tee in die Gesellschaft ein. Zu jener Zeit waren die Preise für Tee sehr hoch, so dass er nur vom Adel und begüterten Bürgern genossen werden konnte. Die einfacheren Leute konnten sich diesen erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts leisten.

Allerdings im Norden Deutschlands, in Ostfriesland war der Tee schon im 18.Jahrhundert ein „Nationalgetränk“. Aufgrund der Nähe zu Holland gelangte der Tee schon sehr früh nach Ostfriesland. Mit einem Schuss Rum wurde er dann schnell zum Lieblingsgetränk der Ostfriesen.

Die Ostfriesen importierten schon im Jahre 1753 ihren eigenen Tee. Schon nach kurzer Zeit war das Lieblingsgetränk der Ostfriesen König Friedrich II. ein Dorn im Auge. Im Jahre 1777 wollte er daher mittels einer Verordnung in Ostfriesland das Teetrinken verbieten. Gründe sah er darin, dass der Tee der Gesundheit schade und außerdem säßen die Männer und Frauen täglich mehrere Stunden nur faul herum. Das Verbot wurde aber nie rechtskräftig. Ganz im Gegenteil es wurde sogar offiziell erlaubt. Um das Jahr 1906 wurde bereits die erste Ostfriesische Teegesellschaft (OTG) gegründet.

Der Tee fand aber auch in vielen anderen Ländern seine Anhänger. Eine mit Tee beladene Karawane, das Geburtstagsgeschenk für Zar Michael I., zog im 17. Jahrhundert von Peking quer durch die Wüste Gobi und Sibiriens bis nach Petersburg. Mit dieser Kamelkarawane wurde der Grundstein für den Teehandel zwischen China und Russland gelegt. Dieser Tee wurde auch als Karawanentee bezeichnet.


Mit dem Bau einer neuen Eisenbahnlinie um 1880 änderte sich dann auch der Teetransport. Tee wurde so schneller mit der Eisenbahn befördert. Das beliebte aromatische Getränk verbreitete sich nicht nur sehr schnell in Europa, sondern es fand auch den Weg in die Neue Welt.

Tee-Geschichte Amerika

Holländische und britische Kolonisten nahmen den Tee mit nach Amerika. Eine bedeutende Rolle spielte der Tee in Amerika zu Beginn des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Alle in die Neue Welt gelieferten Waren wurden hier vom englischen Parlament mit einer Steuer belegt. Dies führte in Amerika zum Boykott gegen England. Freimaurer als Indianer verkleidet, stürmten im Bostoner Hafen drei englische Schiffe. Aus Protest gegen die Steuer landeten über 300 Kisten Tee im Meer. Diese Handlung ging in die Geschichte Amerikas als „Boston Tea Party“ ein. Erst Jahre später um das Jahr 1844 wurde dann ein chinesisch- amerikanischer Handelsvertrag geschlossen. Seit jener Zeit war nun Amerika von englischen Lieferungen unabhängig.